Eine Chronik

100 Jahre Bergbau in Kamp-Lintfort ! Eine Chronik !



Wechselvolle Zeiten des Bergbaus am Niederrhein!
Gestern und Heute zukunftsfähig!

01.10.1906 : Gründung des Steinkohlenbergwerks Friedrich Heinrich

Was die RAG AG 2006 plant,war für das Bergwerk Friedrich Heinrich ,das seinen Namen dem Freiherrn Friedrich Heinrich von Diergardt verdankt,schon 1906 Realität.Der Gang an die Börse!Umfangreiche Fettkohlevorkommen und gute Abbaubedingungen gaben der Zeche einen Aktienwert von 14 Millionen Goldmark.Das war selbst für die 27 Begründer des Unternehmens-darunter 23 Franzosen,3 Deutsche und 1 Engländer-eine Menge Kohle!Doch noch waren die Schächte nicht einmal gebaut.Zwischen 3 und 4 Jahren sollte es dauern,so die Schätzung.

1906: Verleihung der Grubenfelder auf der linken Rheinseite -
Grundvorraussetzung für die Entstehung des Bergwerks Rossenray

1906 erwarben die Gebrüder August und Paul Stein aufgrund von "Mutungen" (Antrag auf Erteilung des Abbaurechts)14 Grubenfelder auf der linken Rheinseite,die 1907 durch gerade Linien in die Grubenfelder Rossenray und Rheinberg unterteilt wurden.Die Vorraussetzungen für eine Schachtanlage Rossenray,deren Name auf eine uralte Bauernschaft zurückgeht,die 1279 erstmals Erwähnung findet,waren damit gegeben.

1907 : Aufnahme der Teufarbeiten auf Schacht 1+2 Friedrich Heinrich

Die Friedrich Heinrich AG beschloss,auf einem Gelände von 1200 Morgen(rund 3 Millionen Quadratmeter)einen ganzen Berkwergskomplex mit den Schächten 1+2,Betriebsgebäuden und einer Siedlung zur Unterbringung der Bergleute in Kamp-Lintfort zu errichten.Schwere Maschinen waren im Einsatz,um tonnenweise Kies heranzuschaffen,der zur Aufschüttung des Schachtgeländes benötigt wurde.Der ausgekieste Hohlraum füllte sich mit Wasser und wurde zum heutigen Pappelsee.


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01.07.1912 : Erste Kohle auf Friedrich Heinrich

Fünf Jahre nach dem ersten Spatenstich-ein Jahr später als geplant-kam am 01.Juli 1912 im Schacht 2 der esrste Wagen Kohle zu Tage.Die vorläufige Endteufe lag bei 428 Meter.Bemerkenswert war die Wohnanlage,die den Kumpeln und Ihren Familien zur Heimat werden sollte.Anstelle von Mietskasernen und engen Strassenzügen ließ die Zechenleitung Einzelhäuser errichten.Jede Wohnung hatte einen eigenen Eingang und einen kleinen Garten mit Stall.Die Ansiedlung mit ihren aufgelockerten,alleeartigen Charakter hatte wenig mit einer stereotypen Industriesiedlung gemein.Vielmehr sprach man anerkennend von einer Gartenstadt.

1914: Der erste Weltkrieg beginnt

Als 1914 der erste Weltkrieg begann,hatte dies auch weitreichende Konsequenzen für den Kohlestandort Lintfort.50% der Belegschaft wurden zum Dienst an der Waffe berufen und mußten zwangsläufig das Bergwerk verlassen.Die Förderung,die in den vergangenen 2 Jahren von 50 Tonnen Kohle am Tag auf maximal 4500 Tonnen geklettert war,fiel dramatisch auf zeitweise 1500 Tonnen zurück.

1917: Friedrich Heinrich in neuen Händen

Da Frankreich und Deutschland nun verfeibdete Kriegsparteien waren,verloren alle Franzosen im Aufsichtsrat ihre Mandate.Das Jahr 1917 beschehrte der Zeche Friedrich Heinrich einen neuen Eigentümer.Denn im Laufe des Krieges waren von der deutschen Regierung Aktien der Friedrich Heinrich AG in Belgien beschlagnahmt und anschließend versteigert worden.Die Rheinische Stahlwerke AG erhielt den Zuschlag nicht nur aufgrund der Höhe ihres Gebotes,sondern auch weil sie mit ihren Rossenray-Feldern gemeinsame Markscheiden(Grenzen eines Grubenfeldes)mit Friedrich Heinrich aufwies.Der Betrieb nahm allerdings von derartigen Veränderungen kaum Notiz.Die Jahresförderung stieg wieder an und verfehlte nur knapp die Grenze von 1 Millionen Tonnen.

1921: Die alten Besitzer werden die Neuen

Ein deutsch-französischer Schiedshof in Den Haag erklärte 1921 die vorherige Besitzübernahme des Bergwerks für ungültig.Die ehemaligen Organe der Aktiengesellschaft übernahmen erneut ihre Funktion.


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1924: Friedrich Heinrich fördert erstmals mehr als 1 Millionen Tonnen Kohle

Die Nachkriegsjahre waren von wirtschaftlichem Chaos geprägt,das sich auch auf die Zeche Friedrich Heinrich auswirkte.Bis zum November des Hyperinflationsjahres 1923 verdiente ein Gesteinshauer einen Schichtlohn von 4971 Mark.Auf dem Höhepunkt der Geldentwertung war der Inhalt der Lohntüte auf 3268 Milliarden Mark gestiegen.Den Schwerpunkt der politischen Unruhen jedoch bildete der passive Widerstand,den alle deutschen Bergwerksgesellschaften mit Unterstützung der damaligen Reichsregierung gegen die französische Ruhrbesatzung zu organisieren versuchten.Als die Inflation überwunden war,begannen sich die wirtschaftlichen Verhältnisse wieder zu festigen.Arbeit und Leistung lohnten sich wieder.Diese Zuversicht spiegelte sich auch in der Förderung von Friedrich Heinrich wieder,die erstmals die Grenze von 1 Millionen Tonnen überschritt und 1.021.966 Tonnen(3580 Tonnen Tagesleistung)betrug.

1928: Teufen Friedrich Heinrich Schacht 3

Im September des Jahres 1927 begann die Schachtbaugesellschaft Haniek und Lueg,einen dritten Schacht im Feld Norddeutschland abzuteufen(in die Tiefe bauen).Dieser Wetterschacht war nötig geworden,nachdem es der Friedrich Heinrich AG gelungen war die linksrheinischen Felder der Rheinischen Stahlwerke zu erwerben.Damit wurde das Grubengebäude erweitert.Am 31.März 1930 erreichte der Schacht seine vorläufige Endteufe von 381 Metern und am 04.August wurde der Durchschlag zu Schacht1 geschaffen.


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1933 - 1939: Nazidiktatur

Mit der Nazidiktatur begann 1933das dunkelste Kapitelder jüngsten deutschen Geschichte und auch der Geschichte des deutschen Steinkohlenbergbaus.Die von den Machthabern betriebene Aufrüstung forcierte die Nachfrage nach Kohle.Um mit der Förderung den riesigen Bedarf zu decken,wurden in der zweiten Hälfte der ´3o ger Jahre zusätzliche Sonntagsschichten eingeführt.

1940: Friedrich Heinrich in der Zwangsverwaltung

Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges brachte erst einmal keine Veränderungen für Friedrich Heinrich,da zunächst keine Bergleute eingezogen wurden.Jedoch wurden erneut die Eigentumsverhältnisse zum Politikum,da Frankreichwiederum zum feindlichen Ausland zählte.Die Verwaltungsaufgaben wurden in die Hände der Bergwerksdirektoren Carl Noll und Werner Brand gegeben,die Besitzverhältnisse aber nicht verändert.Nur die französischen Mitglieder des Aufsichtsrates wurden ausgetauscht.Dies geschah auf Basis der Verordnung über die Behandlung feindlichen Vermögens,die am 15.Januar 1940 in Kraft trat.

1939 - 1945: Zweiter Weltkrieg

In den ersten Jahren des zweiten Weltkrieges wurde die Kohlegewinnung auf neue Höchstwerte getrieben.Da viele Beschäftigte mittlerweile Soldaten waren,kamen in der gesamten deutschen Industrie und auch im Steinkohlenbergbau Kriegsgefangene und Konzentrazionslagerhäftlinge als Zwangsarbeiter zum Einsatz.Viele überlebten die unmenschliche Behandlung nicht,die Ihnen dabei widerfuhr.Die RAG beteiligte sich 1999 für den deutschen Steinkohlenbergbau am Entschädigungsfonds der Bundesrepublik Deutschland für ehemalige Zwangsarbeiter.Dies ist keine Wiedergutmachung des großen Leids der Zwangsarbeiter,zeigt jedoch,wie es der RAG-Vorstandsvorsitzende Dr.Werner Müller formoliert, "dass in unserem Konzern Menschlichkeit und  Verantwortungsbewusstsein grundsätzliche Werte sind."

1950: Kamp-Lintfort erhält Stadtrechte

Am 12.Februar 1950 wurde mit einem Festakt in der Aula der Realschule eine Urkunde über die Verleihung der Stadtrechte überreicht.Die Presse kommentiert damals : " Die Zeche gründete die Stadt,indem sie Tausenden Menschen Arbeit und Brot gab. " Und in der Tat : Die Bergarbeiter mit Ihren Familien stellten 75% der 28200 Einwohner der soeben gekürten Stadt,die sich aus den ehemaligen Landgemeinden Camp,Camperbruch,Lintfort,Rossenray und Saalhof zusammensetzte.


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01.04.1953: Gewerkschaft Rossenray und Rheinberg gehen in das Berkwerk Essen-Rossenray über

Das Zusammengehen der Gewerkschaften Rossenray und Rheinberg geschah auf Anordnung der Alliierten,die eine Entflechtung der Vermögenswerte der Firma Friedrich Krupp verlangten.Zum 01.April 1953 wurden deswegen der Bergwerksbesitz der Abteilung Friedrich Krupp Bergwerke Essen,das Vermögen der Gewerkschaft vereinigte Helene und Amalie sowie die Gewerkschaften Rossenray und Rheinberg in die "Bergwerke Essen-Rossenray AG" übertragen.

 
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Juni 1954: Beschluss Teufarbeiten zur Fortführung der Rossenray

Als im Juni 1954 die Unternehmensführung die Kontrolle über die Firma von den Alliierten zurückerhielt,beschloss der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Vorstandes,die Abteufarbeiten schnellstmöglichst fortzusetzen.Doch zunächst mussten alle Schäden beseitigt werden,die im Laufe der vorangegangenen zehnjährigen Stillstandsphase während des zweiten Weltkrieges entstanden waren.


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November 1955: Beginn der Fortführung Rossenray

Nachdem alle Stillstandsschäden behoben waren,wurde im Juni 1955 mit der Aufstellung der Gefriermaschinen die Basis für die im November beginnende Abteufung geschaffen.Eine einwandige stählerne Tübbingsäule der Firma Friedrich Krupp für die Auskleidung beider Rossenrayschächte ermöglichte es,den Schachtdurchmesser von 7,0 Meter auf 7,2 Meter zu erhöhen.Im Dezember 1956 erreichte Schacht 1 die Gefrierendteufe auf 365 Meter.


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1957: Auf Rossenray erreichen die Teufarbeiten Kohle

Im März 1957 war es dann soweit : Der Schacht erreichte das Steinkohlengebirge.Im Gegensatz zur üblichen getrennten Lagerung im Feld Rossenray lagen die Flöze(abbaubare Kohleschichten)Katharina,Hermann und Gustav dicht beisammen und bildeten einen nahezu kompakten Flözkörper.Die drei Sohlen wurden in einer Tiefe von 496 Metern und 970 Metern gelegt,was nicht mehr stark von der endgültigen Endteufe in 1035 Metern Tiefe im Jahr 1968 abwich.


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1961: Schacht 2 Rossenray erreicht Endteufe

Im April 1961 erreichte der zweite Rossenrayer Schacht seine vorläufige Endteufe auf 890 Metern.Dies war möglich,nachdem am 23.Oktober 1959 der Durchschlag zum Schacht 1 gelang.

01.01.1970: Friedrich Heinrich kommt zur Ruhrkohle AG

Nach schwierigen Verhandlungen mit dem Eigentümer - dem Bankhaus de Wedel - erwarb die neugeschaffene Ruhrkohle AG die Aktien der Friedrich Heinrich AG und übergab das Bergbauvermögen der Bergbau AG Niederrhein.Die Ruhrkohle AG sollte die Einheitliche und geordnete Reduzierung des Bergbaus an Rhein und Ruhr sicherstellen,der zu Zeiten niedriger Ölpreise und starker ausländischer Konkurenz nur eingeschränkt wettbewerbsfähig war.

01.07.1970: Der Verbund Pattberg/Rossenray entsteht

Zum Jahreswechsel 1969/1970 wurde die Schachtanlage Rossenray zum Bestandteil der Ruhrkohle AG.Da Rossenray über reichliche Fettkohlevorräte,aber nur über unzureichende Tagesanlagen verfügte,fusionierte es mit der Schachtanlage Pattberg,die genau den gegenteiligen Bestand aufwies.Beide Betriebe sollten über eine gemeinsame Sohle in 885 Meter Tiefe einen Ausgleich herstellen.

01.01.1971: Verbund Pattberg/Rossenray mit Rheinpreussen

Am 01.Januar 1971 entstand durch den Zusammenschluss des Bergwerkes Rheinpreussen mit dem Bergwerk Pattberg/Rossenray eine neue Situation : Das neue Großbergwerk Rheinland erreichte eine Tagesförderung von 20000 Tonnen.Der Rohkohletransport von Rossenray nach Pattberg und nun auch nach Rheinpreussen startete am 19.Februar 1971.

1976: Erste Verbindung zwischen den Schachtanlagen Rheinland und Friedrich Heinrich

Am 6.Januar 1976 erreichte der Vortrieb den aus dem Gesteinsberg angesetzten Füllort auf der 885 Meter Sohle. Damit war die erste Verbindung zum Grubenfeld der Nachbarschachtanlage hergestellt.

1977: Die Altsiedlung Friedrich Heinrich bekommt ein neues Gesicht

Die Stadt Kamp Lintfort begann mit der Sanierung der Altsiedlung.Dies betraf zunächst den Strassenbau und die Kanalisation.Die Besitzerin der Siedlung,die Wohnungsbaugesellschaft Rhein-Lippe,startete aber gleichzeitigmit der Sanierung der Hausfassaden.Diese Maßnahme dauerte bis 2005.Das Resultat : eine der schönsten Bergbausiedlungen,die das Ruhrgebiet besitzt.


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1978: Silllegung der Kokerei

Da die Kapazität der Koksproduktion weit über dem Bedarf lag,musste 1978 nach fast 65 Jahren Betriebszeit die Kokerei der Zeche Friedrich Heinrich gemäß einer Entscheidung der Ruhrkohle AG schließen.Die in den Jahren 1941 bis 1950 und 1952 bis 1954 erbauten Batterien boten sich zur Stillegung an,weil die Bergbehörde neue Auflagen erlassen hatte,die sehr aufwendige Neuerungen nötig gemacht hätten.Am 08.Juni 1978 wurden die letzten Batterien abgeschaltet.

1979: Wohneigentum für den Bergmann

Die Wohnungsbaugesellschaft Rhein-Lippe startete den Verkauf von Einzelhäusern in der Altsiedlung Friedrich Heinrich.Das Bergwerk und die Mitbestimmungsgremien regelten den Verkauf.Jeder Bergmann hatte nun die Möglichkeit,eigenes qualitativ hochwertiges Wohneigentum zu erwerben.Eine Gestaltungssatzung stellte sicher,das auch durch die neuen Hauseigentümer die einheitliche Gestaltung der Siedlung erhalten wurde.

1987: Durchschlag der 780 Meter Sohle Niederberg zum Schacht 3

Am Montag,den 30.März 1987 gelang der Durchbruch der ersten Verbindung zwischen Friedrich Heinrich und Niederberg.Dieser Durchschlag knüpfte Niederberg an den bereits bestehenden Wetterverbund zwischen Walsum,Rheinland und Friedrich Heinrich an und machte das Teufen eines neuen Schachtes auf der Nachbaranlage überflüssig - ein wichtiger Schritt für die Zukunftssicherung beider Anlagen.

1991: Tieferteufen von Schacht 2 Rossenray

Das erste Quartal 1991 war den Planungen für die Tieferteufung von Rossenray 2 um 30 Meter gewidmet.Die Förderung sollte von der 703 Meter Sohle auf die 885 Meter Sohle verlagert werden.Im zweiten Quartal erfolgte die Unterfahrung des Schachtes und im dritten Quartal die Erstellung eines Teufkellers.Bereits im Vierten Quartal war der Schacht tiefer geteuft und die Montage von Schachteinbauten konnte beginnen.Die Umstellung der Seilfahrt(Fördern von Personen im Schacht)jedoch erfolgte erst Pfingsten 1992.

1993: Verbund der Anlagen Friedrich Heinrich und Rheinland
zum Bergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland


Mit dem Jahre 1993 endete die eigenständige Chronik des Bergwerks Friedrich Heinrich.Der deutsche Bergbau sah sich Herausforderungen gegenüber,die drastische und schmerzhafte Maßnahmen notwendig machten.Eine dieser Maßnahmen war der Zusammenschluss der beiden Bergwerke Friedrich Heinrich und Rheinland.Dieser Schritt fiel vielen Mitarbeitern schwer,da sie fürchteten einen Teil Ihrer Identität,die in fast 100 Jahren gewachsen war,zu verlieren. Der endgültige Verbund kam schließlich am 01.Juli 1993.

1995/1996: Verfüllen der Schächte Pattberg 1+2

Nach dem Ausräumen des Grubenfeldes Pattberg wurde zunächst der Schacht 1 verfüllt.Der Schacht 2 folgte ein Jahr später,nachdem er keine wettertechnische Funktion mehr hatte.


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1996: Aufgabe von Schacht 4 als Materialschacht und Übernahme dieser Aufgabe durch den Schacht Rossenray 1

Mit dem Einbau des Großkorbes in Schacht Rossenray 1 wurde der direkte Transport von Großteilen zur 885 Meter Sohle möglich.Damit wurde der Materialstandort von Schacht 4 Hoerstgen nach Schacht 1 Rossenray verlegt.Seitdem dient der Schacht 4 ausschließlich der Wetterführung(Gezieltes Leiten der Luftströme).


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1996: Mahnwache für den Erhalt des deutschen Steinkohlenbergbaus

136 Tage sollte sie dauern,die Mahnwache vor den Toren des Bergwerkes.Sie gipfelte in einer mehrtägigen Besetzung der Christuskirche durch die Ehefrauen der Bergleute und wurde mit dem Ende der Kohlerund im März 1997 abgeschlossen.Der Protest hatte Erfolg : Am Ende dieser Kohlerund stand eine Perspektive für den Bergbau über das 20.Jahrhundert hinaus.


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1998: Inbetriebnahme des ersten "Superstrebs" mit
insgesamt 430 Meter Länge


Nach umfangreichen Voruntersuchungen wagte die Schachtanlage den Schritt in eine neue Dimension : Ein Streb(langer,schmaler Kohlegewinnungsraum)für eine Länge von 430 Metern - das heißt 130 Meter mehr als im bisherigen Durchschnitt - wurde hergerichtet.Die Verlängerung setzte neue Maßstäbe in der Technik.So betrug beispielsweise die Antriebsleistung des Strebförderers 3200 kW.Besucher aus allen Kontinenten bestaunten das technische Leistungsvermögen des deutschen Steinkohlenbergbaus und seiner Zulieferindustreie.


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2000: Nach mehr als 20 Jahren Laufzeit Wechsel des Gurten vom Großband zwischen der 885 Meter Sohle und 600 Meter Sohle

Das Verbindungsband zwischen der 885 - und der 600 Meter Sohle ist die Hauptschlagader des Bergwerkes,über die die gesamte Rohförderung des Bergwerkes dem Schacht 1 zugeführt wird.In den 20 Jahren wurden hierher weit über 100 Millionen Tonnen Rohkohle transportiert.Erstaunlicher Weise erreichte die Bandanlage das gesegnete Alter von über 20 Jahren,was für die gute Pflege durch die verantwortliche Mannschaft spricht.Genau diese Mannschaft schaffte es auch innerhalb von 11 Tagen,den Gurt auf seiner Gesamtlänge von 3700 Meter zu wechseln - dank der guten Vorbereitung durch die Ingenieure und die sorgfältige Abwicklung des Prozesses.

2001: Neuer zukunftsweisender Vortrieb

Im Februar 2001 kam auf dem Bergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland eine Maschine zum Einsatz,die richtungsweisend für den gesamten Steinkohlenbergbau war und ist : Die mit dem Bergwerk entwickelte Vortriebsmaschine "AVSA" arbeitete sich im Flöz Matthias 2,Baufeld 1ON,voran.Der innovative Ansatz des Systems war gleichzeitige Schneid und Ankerarbeit.Diese Prozesse mussten zuvor nacheinander geregelt werden.So wurde der Streckenvortrieb nicht nur wesentlich schneller,sondern auch sicherer.


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2002: Zwei Bergwerke - eine Zukunft

Die niederrheinischen Schachtanlagen Friedrich Heinrich /Rheinland und Niederberg wurden zum 1.Januar 2002 zum Bergwerk West zusammengeführt und starteten damit in eine gemeinsame Zukunft.

2003: Kohle.Kunst.Kultur

Eine Ehrung der besonderen Art erhielt die Arbeit der Bergleute,als 11 niederrheinische Künstler sie 2003 unter Tage besuchten und Ihre Arbeit direkt vor Ort mit Papier und Stift festhielten.Das eindrucksvolle Ergebnis wurde anschließend in der Lohnhalle des Bergwerkes ausgestellt.


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2004: Neue Kohleverladung über Tage

Technische Neuerungen brachte das Jahr 2004 : Das Bergwerk nahm eine neue Verladung in Betrieb.Auf zwei Gleisen konnten nun pro Stunde bis zu 1200 Tonnen Kohle versandfertig,das heißt Kundenspezifisch gemischt werden.


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23.09.2005: Austellungseröffnung
"Arbeitskampf am Niederrhein"


Die Aktionen der Bergleute vor dem Hintergrund der Kohlerund 1997 waren Thema einer Austellung,die ab dem 23.09.2005 in der Lohnhalle des Berkwerkes West gezeigt wurden.Werksleiter Reinhard Fox,DSK Vorstand Jürgen Eikhoff,Landrat Ansgar Müller,Kamp Lintforts Bürgermeister Dr.Christoph Landscheidt,Nikolaus Schneider als Präses der evangelischen Kirche Rheinland und der Bertriebsratsvorsitzende Friedhelm Vogt waren Redner und Ehrengäste,die der Eröffnung der Wanderausstellung einen feierlichen Rahmen gaben.


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2005: Das Jahr der Rekorde

Mit einer Jahresförderung von 3.713.052 Tonnen Steinkohle verzeichnete des Bergwerk die beste Leistung seit Bestehen.Dies entspricht einer verwertbaren Tagesförderung von 14734 Tonnen.Gleichzeitig konnte die Förderung je Mann und Schicht auf 8081 Kilogramm im Jahresmittel gesteigert werden.So wurden zudem mehr als zehn Kilometer Strecke aufgefahren.Rekordverdächtig war auch die Liste der Besucher : Im Frühjahr sprach Bundeskanzler Gerhard Schröder zu den Bergleuten.Er war der Einladung des Betriebsrates zur Betriebsversammlung in der Eyller Sporthalle gefolgt,ebenso wie der damalige NRW Ministerpräsident Peer Steinbrink.


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2006: Höchste Tagesauffahrung und weitere Förderrekorde

Am 24.Februar 2006 wurde mit der Vortriebsmaschine AVSA die bidlang höchste Tagesauffahrung von 20 Metern erzielt.Im Mai,Juni,Juli und August wurden täglich durchschnittlich 17000 Tonnen verwertbare Förderung aus der Tiefe gebracht : ein neuer Rekord auf dem Bergwerk West.


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Quelle:
Herausgeber:
Vorstand Deutsche Steinkohle AG
Fotos:
Ernst Kausen,Fördergemeinschaft für Bergmannstradition
linker Niederrhein e.V. ;
Willi Körner,Deutsche Steinkohle AG
Bergbau
 

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